Pressemeldungen


Zählpunktscharfe Mehr-/Mindermengenabrechnung im SAP IS-U

 

Zählpunktscharfe Mehr-/Mindermengenabrechnung im SAP IS-U

Flexible Prozessautomatisierung für neue regulatorische Anforderungen in der Energiewirtschaft


Eine wesentliche regulatorische Änderung beschäftigt derzeit die Energiewirtschaft: Ab dem 1. April 2016 wird die Abrechnung von Mehr-/Mindermengen (MMMA) standardisiert. Betroffen sind Aus-/Einspeisenetzbetreiber, Lieferanten und Marktgebietsverantwortliche der Strom- und Gasversorgung. Die monatlich aggregierten Abrechnungen der Mehr- und Mindermengen lassen sich nur schwer prüfen und verhindern genauere Analysen des Verbrauchsverhaltens je Zähler. Mit der neuen Regulierung will der Gesetzgeber eine möglichst genaue Differenzberechnung von bereitgestellter und entnommener Energiemenge etablieren. Bei den hierfür notwendigen zählpunktscharfen Mehr- und Mindermengenabrechnungen sind die Besonderheiten der Sparten Strom und Gas zu berücksichtigen. Die regulatorischen Anforderungen bringen einen erheblichen Mehraufwand mit sich, der sich jedoch durch eine flexible Prozessautomatisierung reduzieren lässt.

Die 2013 als Prämisse herausgegebenen und 2014 konkretisierten Regularien zur Einführung einer einheitlichen zählpunktscharfen Mehr-/Mindermengenabrechnung für Gas und Strom sind von allen Netzbetreibern ab April 2016 anzuwenden. Experten sagen für Unternehmen eine Einführungszeit von ca. zwölf Monaten voraus. Die Weichen für eine zählpunktscharfe Betrachtung wurden bereits vor geraumer Zeit gestellt, allerdings war für betroffene Unternehmen lange Zeit nicht absehbar, wann dies in konkrete Regularien gefasst wird und umgesetzt werden muss. Dementsprechend fiel es vielen Unternehmen schwer, die wirtschaftlichen Aspekte für die Einführung einer zählpunktscharfen Mehr-/Mindermengenabrechnung zu kalkulieren. Konkret ging es darum, die Einführungs- und Betriebskosten durch die Nutzung vorhandener Standards und die Erbringung von Eigenleistungen möglichst gering zu halten sowie eine dauerhafte Standardisierung der eigenen Mehr-/Mindermengen-Prozesse im Unternehmen zu gewährleisten.

Die PROLOGA Energy GmbH (PROLOGA) bietet betroffenen Unternehmen Unterstützung bei der Entwicklung flexibler Prozesse zur Einführung einer zählpunktscharfen Mehr-/Mindermengenabrechnung. So entwickelt PROLOGA Lastenhefte für Energieversorger. Die Lösung zur Umsetzung der neuen Prozesse entwickelte PROLOGA gemeinsam mit einem Netzbetreiber über einen Zeitraum von zwei Jahren. Der Fokus lag dabei auf der Automatisierung und der Aufwandsreduzierung bei der Anwendung der neuen Prozesse.

Dabei wurde in der Herangehensweise neben einem Konzept auf einen Prototyp gesetzt. Dieser Weg brachte nicht nur für den Energieversorger Vorteile, der frühzeitig eigene Prozessanforderungen definieren und diese klar und präzise an seine Projektpartner kommunizieren konnte. PROLOGA selbst profitiert von direkten Anwenderrückmeldungen und konnte damit in der Vergangenheit gleichlaufende Prozesse für Gas und Strom vereinheitlichen und eine saubere Abgrenzung der unterschiedlichen Prozessanforderungen in den zu berücksichtigenden Sparten erreichen.

Verfahren zur Mehr-/Mindermengenabrechnung
Für beide Sparten – sowohl Strom als auch Gas – gilt gleichermaßen die getrennte und jeweils zählpunktscharfe Verarbeitung zwischen Netznutzungsabrechnung und Mehr-/Mindermengenabrechnung. Mehr- bzw. Mindermengen sind die Differenzen, die sich aus bilanzierter und tatsächlich verbrauchter Menge ergeben. Im Rahmen der täglichen Energiebeschaffung ist der aktuelle Bedarf nicht bekannt und wird deshalb bilanztechnisch prognostiziert. Nach der Ermittlung der tatsächlichen Energiemenge wird diese der bilanzierten (allokierte) Menge gegenübergestellt und verrechnet. Ist die bilanzierte Menge größer als die tatsächlich verbrauchte Energiemenge, wird das als Mehrmenge bezeichnet.

 

Abbildung 1: Darstellung der Mehr- und Mindermenge

Sowohl im Strom- als auch im Gassektor erfolgt die Verrechnung der Mengen zwischen dem Netzbetreiber und dem Lieferanten. Eine Mehrmenge führt zu einem Guthaben des Lieferanten beim Netzbetreiber. Bei Mindermengen verhält es sich genau umgekehrt, es entsteht eine Forderung des Netzbetreibers gegenüber dem Lieferanten.


Abbildung 2: MMMA Strom

Im Gassektor beschafft zusätzlich der Marktgebietsverantwortliche (MGV) die notwendige Ausgleichsenergie. Da der MGV jedoch keine Abrechnungsdaten von Letztverbrauchern in den Gasnetzen hat, muss der jeweilige Netzbetreiber quasi Amtshilfe leisten. Wie beim Strom erstellt er die notwendigen MMM-Abrechnungen je Verbrauchstelle. Auf monatlicher Basis werden diese Abrechnungen dann aggregiert und als Mengenmeldung dem MGV übermittelt.

Die gemeldeten Mengen sind dann die Grundlage für die Abrechnung zwischen Netzbetreiber und MGV.


Abbildung 3: MMMA Gas
 
Neuland für alle, doch technisch möglich
Mit der Standardisierung des Abrechnungsprozesses bringen die Regularien zusätzlichen Aufwand mit sich. Daher werden IT-Lösungen benötigt, die Prozesse weitestgehend automatisieren und die eigenen Mitarbeiter entlasten. Es versteht sich von selbst, dass die Abrechnungen nicht in Papierform sondern per Marktkommunikation zwischen den Beteiligten ausgetauscht werden. Im ersten Schritt werden im Unternehmen jedoch zunächst mögliche fachliche Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die benötigten Unternehmensdaten geprüft, bevor die erforderlichen Daten und letzten Endes die für die Abrechnung notwendigen Vertragspartner identifiziert werden. Dabei gilt es die Besonderheiten der Abrechnung je Sparte zu berücksichtigen und zu konzipieren. Zwar hat der Gesetzgeber inzwischen die regulatorischen Vorgaben festgelegt, doch ohne die Ausgestaltung der einzelnen Formate benötigen Unternehmen rund ein Jahr Vorlauf, bis Prozesse und Daten optimal zusammenspielen.

Doch die Vorteile liegen auf der Hand: mehr Transparenz für alle Beteiligten sowie eine deutliche Kostenreduzierung, wenn die IT-Lösung nahtlos in ein vorhandenes SAP IS-U unter Unterstützung des im SAP IS-U vorhandenen IDEX-Verfahrens eingebettet wird. Außerdem können zusätzliche Daten aus den Energie-Daten-Management-Systemen (EDM) mit einbezogen werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein EDM im SAP IS-U oder ein externes EDM außerhalb von SAP IS-U genutzt wird.

Das von PROLOGA entwickelte Produkt ermöglichen es, zeitlich unabhängig voneinander Netznutzung und Mehr-/Mindermengen abzurechnen. Dies geschieht zählpunktscharf unter Berücksichtigung eines asynchronen Modells. Abrechnungszeiträume von Netznutzung und Mehr-/Mindermenge können, müssen aber nicht, deckungsgleich sein. Asynchronität wird in der Praxis regelmäßig durch Umzüge und azyklische Wechsel von Strom- und Gasanbietern verursacht. Mit Blick auf die Zukunft lassen sich zudem zum Beispiel das Reverse Charge Verfahren sowie ein automatischer Datenversand integrieren. Mittels Parameter wird eine passgenaue Steuerung des Prozesses in den Anwenderunternehmen erreicht.

Auch wenn die Marktkommunikation zur regulierten Mehr-/Mindermengenabrechnung noch nicht komplett definiert ist, so dass der ausstehende Teil in kommenden Einführungsprojekten noch berücksichtigt werden muss, heißt das Gebot der Stunde, frühzeitig eine stabile und erweiterbare Grundlage zu schaffen. Von jetzt ab verbleibt ein relativ kurzer Einführungszeitraum von der Entscheidungsfindung bis zur Einführung einer Softwarelösung, mit der die Unternehmen den auf sie zukommenden Mehraufwand und die damit verbundenen Kosten reduzieren. Wer jetzt die Hände in den Schoß legt, bezahlt spätestens am 1. April 2016 die Rechnung für seine Untätigkeit.

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Smart Grid Technologie - Abwarten ist keine Lösung

 

Abwarten ist keine Lösung: Wie Energieversorger sich auf unternehmerischer, prozessualer und IT-Ebene für Smart Metering rüsten


Der Gesetzgeber sieht bis zum Jahr 2020 den Austausch von Stromzählern gegen intelligente Messsysteme, sogenannte Smart Meter, vor. Dadurch werden Verbrauchsdaten über ein Kommunikationsnetz an den Energieversorger übermittelt. Das Ablesen vor Ort entfällt, der Versorger kann Tarifänderungen schneller berücksichtigen und kurzfristig Rechnungen anhand des tatsächlichen Verbrauchs erstellen. Was sich zunächst als Zeit- und Kostenersparnis für den Energieversorger anhört, bereitet ihm jedoch erhebliches Kopfzerbrechen, denn der Gesetzgeber gibt zwar den Rahmen zur Einführung intelligenter Messsysteme vor, doch wie einzelne Prozesse gestaltet werden und welche Kosten Smart Metering verursacht, damit muss sich der Energieversorger auseinandersetzen. Wer nicht rechtzeitig mit der Planung einer Strategie für Smart Metering beginnt, droht im harten Wettbewerb unter die Räder zu kommen.

Die EU-Binnenmarktrichtlinie 2009/72/EG sieht vor, dass bis 2020 80 Prozent der Stromzähler aus intelligenten Messsystemen bestehen. Smart Metering ist jedoch weit mehr als der einfache Austausch von Stromzählern. Es handelt sich vielmehr um eine Investition in die Zukunft, die schrittweise einen smarten Energiemix ermöglicht. Diese historische Aufgabe lediglich auf die Aspekte der CO2-Reduzierung oder Erneuerung der Netze zu reduzieren, greift daher viel zu kurz. Der zunehmende Energieverbrauch der Bevölkerung sowie die Abhängigkeit von einer stabilen Energieversorgung und die damit einhergehende Abhängigkeit von wenigen Energiequellen stellen die Motivation des Gesetzgebers zur Einführung intelligenter Messsysteme dar.

Die aktuelle Situation verdeutlicht wie unterschiedlich die Länder in Europa mit Smart Metering umgehen. Die nationale Gesetzgebung sowie die Notwendigkeit einer zeitnahen und möglichst aktuellen Verbrauchsabrechnung geben das Tempo vor, in dem die Länder Smart Metering einführen. Schweden und Italien nehmen dabei Spitzenpositionen ein. Die Skandinavier nutzen Smart Meter hauptsächlich für monatliche Verbrauchsabrechnungen und zur Optimierung der Transparenz im Verbrauchsverhalten. In Italien wird der Smart Meter vorrangig genutzt, um säumigen Zahlern den Strom aus der Ferne abzustellen. Dennoch haben beide Länder eine Grundlage für die Einführung des intelligenten Netzes, des sogenannten Smart Grids, gelegt und konnten erste Erfahrungen im Einsatz mit intelligenten Stromzählern sammeln.

Große Energieversorger starten eigene Smart-Meter-Pilotprojekte, um sich auf die Zukunft vorzubereiten – E.ON strebt 1,8 Millionen installierte Zähler europaweit an. Allein in Spanien sollen in diesem Jahr weitere 725.000 Zähler installiert werden. In Dänemark schrieb Dong Energy Sales and Distribution A/S das Ziel von einer Million Zähler für einen Roll-out von 2016 bis 2019 aus.

Neuer Markt für Messstellenbetrieb
Für Deutschland werden sich mögliche Roll-out-Pläne vor dem Hintergrund der zu erwartenden Kosten an den Anforderungen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) orientieren. In Abhängigkeit vom gewählten Roll-out-Szenario geht die Deutsche Energie-Agentur (Dena) in ihrer jüngsten Studie von einem Kostenanteil des Versorgers von über 50 Prozent allein für den Betrieb der in Deutschland zu installierenden Infrastruktur aus. Die Anforderungen des BSI richten sich an die neu entwickelte Rolle des Gateway-Administrators, der den Messstellenbetrieb übernimmt. Das Ziel ist eine Erhöhung der Sicherheit bei der Nutzung intelligenter Messsysteme. Derartige Maßnahmen waren bislang den Energieversorgern vorbehalten.

Dadurch wird eine Anpassung der IDEX-Prozesse in der Marktkommunikation notwendig. In der Vergangenheit gab es seitens der Versorgungswirtschaft nachvollziehbare Kritik an den durch den Gesetzgeber definierten Anforderungen hinsichtlich Sicherheit, einheitlicher technischer Schnittstellen und Prozessgestaltung der Marktkommunikation. Daher werden nun im Projekt „MessSystem 2020“ des Forums Netztechnik/Netzbetrieb (FNN) im Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik standardisierte Schnittstellen für die Marktkommunikation über die Gateways entwickelt.

Gesetzgebung nicht abgeschlossen
Das Problem für die Energieversorger: Die Gesetzgebung zur Einführung von Smart Metering ist noch lange nicht abgeschlossen. Zudem müssen sich die Unternehmen plötzlich mit neuen Themen wie Datensicherheit und Datenschutz auseinandersetzen. So spezifiziert die Technische Richtlinie BSI TR 3109 die Datensicherheit und den Datenschutz bei intelligenten Messsystemen, doch die Messsystem Verordnung (MessSysV), mit der die Richtlinie in Kraft treten soll, existiert derzeit nur als Referentenentwurf. Ebenso lassen die geplante Roll-out-Verordnung sowie weitere Verordnungen zu variablen Tarifen, zum Datenschutz und zum Lastmanagement auf sich warten. Die Energieversorger bewegen sich also auf ein „moving target“ zu, ein Ziel, das ihnen nur in Umrissen bekannt ist. Auch wenn vieles noch im Fluss ist, steht eines fest: Abwarten ist keine Lösung.

Die Versorgungswirtschaft muss heute den Herausforderungen von Smart Metering auf unternehmerischer, prozessualer und IT-Ebene begegnen, um unnötige Kosten bei der Einführung intelligenter Messsysteme zu vermeiden. Zudem wird sich durch Smart Metering die Marktpositionierung des Energieversorgers ändern. Bezüglich der Rolle des Gateway-Administrators stehen die Versorger zum Beispiel vor einer Make-or-buy-Entscheidung. Will man die Dienstleistungen rund um die intelligente Messstelle weiterhin selbst anbieten, kauft man sie dazu oder kooperiert man mit externen Drittanbietern? Darüber hinaus müssen Entscheidungen für eine Smart-Meter-Technologie getroffen und die Mitarbeiter auf den Roll-out vorbereitet werden. Dementsprechend muss das Businessmodell im Rahmen eines Transformationsmanagements angepasst werden.

Dauerhaft Kosten senken
Energieversorger müssen die Prozesse identifizieren und anpassen, die von Smart Metering betroffen sein werden. Allgemein kommt es dabei zur Reduzierung manueller und dementsprechender Integration automatisierter Arbeitsprozesse. Da hier ein sukzessiver Wechsel stattfindet, muss der Energieversorger auch die Koexistenz alter und neuer Prozesse in Betracht ziehen. In der Regel funktioniert das nicht ohne die Einbindung externer Partner. Das gilt insbesondere für die Definition einer neuen IT-Infrastruktur, die Smart Metering berücksichtigt und in die neue Technologien zum Datenaustausch integriert werden. Dadurch werden enorme Datenmengen entstehen, die wiederum effizient gemanagt werden müssen.

Das alles sind gewaltige Aufgaben, die einer strukturierten Herangehensweise bedürfen. Doch viele Energieversorger scheuen zum gegenwärtigen Zeitpunkt diese Herausforderungen mit Blick auf die Kosten und wegen des noch unklaren Rechtsrahmens. Dabei können Versorgungsunternehmen bereits jetzt auf Selbstüberprüfungen hinsichtlich BSI-konformer Smart-Meter-Prozesse zurückgreifen. Mit Blick auf die oben genannten Projekte bietet zum Beispiel die PROLOGA GmbH die Anbindung von SAP IS-U Systemen an die technische Infrastruktur eines nach deutschen Anforderungen im Aufbau befindlichen intelligenten Messsystems an. „Vor der kommenden Marktkommunikation zum Gateway-Administrator bauen wir auf unsere Kompetenz in der Umsetzung von Meter-to-Cash-Prozessen“, erklärt Alexander Silkeit, Solution Manager bei PROLOGA.

Mit effizienten, standardisierten und prozessorientierten Ableseprozessen (Einzugs-/Auszugsablesung, RLM-Verfahren und Aufbau eines Datenbestandes zur Analyse des Verbrauchsverhaltens) kann ein dauerhafter Beitrag zur Transparenz des Verbrauchsverhaltens und zur Betriebskostensenkung geleistet werden. Mit einem ersten Schritt können vor der Integration der Gateway-Administratoranbindung auf diese Weise erste Erfahrungen mit der Smart-Meter-Technologie gesammelt werden. Die Systemlandschaft der Kunden hat somit Zeit, sich schrittweise an die künftigen Gegebenheiten anzupassen und praktisches Wissen wird im Versorgungsunternehmen frühzeitig aufgebaut. Auf diese Weise bereitet sich der Energieversorger optimal auf Smart Meter und das Smart Grid der Zukunft vor.

 

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Veröffentlichung des Artikels bei Springer für Professionals im Bereich Energie + Umwelt:
http://www.springerprofessional.de/wie-energieversorger-mit-smart-meter-umgehen-sollten/5476100


 

SAP Smart Meter Rollout: Mammutprojekt Zähleraustausch

 

SAP Smart Meter Rollout: Mammutprojekt Zähleraustausch

Nur mit Teamwork können Energieversorger die Folgen des EEG-Gesetzes bewältigen


Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wurden ambitionierte Ziele formuliert, die Deutschland zum Vorreiter in punkto ökologischer und ökonomischer Effizienz machen sollen. Für die Unternehmen hierzulande sind die Auswirkungen der damit verbundenen Richtlinien und Verordnungen spürbar, das gilt insbesondere für die Energieversorger selbst. Ein Beispiel: Seit dem 1. Januar 2010 ist bei dem Neubau und der Renovierung von Gebäuden die Installation intelligenter Stromzähler, sogenannter Smart Meter vorgeschrieben. In der Kostennutzenanalyse von Ernst & Young aus 2013 wird davon ausgegangen, dass bis zum Jahr 2020 sukzessive 80 Prozent der herkömmlichen Zähler ausgetauscht werden. Angesichts der schieren Anzahl an verwendeten Zählern im Stromnetz ein flächendeckender, ressourcen- und zeitaufwendiger Prozess. Um den Rollout neuer Geräte möglichst effizient und kostengünstig zu gestalten, können Energieversorger auf eine Softwarelösung zurückgreifen die Energieversorger, Dienstleister und Kunden zusammenbringt und Informationen kumuliert.

Je nach Blickwinkel ist die deutsche Energiewende ein Balanceakt zwischen Netzeinspeisung und Netzentnahme oder aber auch ein Balanceakt zwischen Nachhaltigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Kosteneffizienz. Energie muss nachhaltig sein, aber eben auch bezahlbar. Eine wichtige und tragende Rolle kommt dabei den Energieversorgern selbst zu. Kaum ein Tag vergeht ohne Nachrichten zum Wandel in der Energieversorgung, ausgelöst durch die Ausrichtung auf erneuerbare Energien und die dazugehörigen vielfältigen Technologien. Das neue Erneuerbare Energien Gesetz verpflichtet Energieversorger unter anderem dazu, die Netzinfrastruktur sukzessive zu erneuern, um die Stromnetze auf neue Richtlinien vorzubereiten. Ein wichtiger Aspekt: Seit dem 1. Januar 2010 ist bei dem Neubau und der Renovierung von Gebäuden die Installation von intelligenten Stromzählern, sogenannter Smart Meter, vorgeschrieben. Zudem wird davon ausgegangen, dass schrittweise tatsächlich in den nächsten ein bis zwei Jahren mit dem Austausch der Zähler begonnen wird. Gehemmt wird dies derzeit „nur“ durch die in Präzisierung befindlichen Anforderungen des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Diese Anforderungen werden in der technischen Richtlinie TR 03109 und ihren Begleitdokumenten beschrieben. Die Erarbeitung ist Gegenstand des Projekts „MessSystem 2020“ des Forums Netztechnik/Netzbetrieb (FNN) im Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. (VDE). Ein nicht zu unterschätzendes Mammutprojekt das mit erheblichem Aufwand verbunden ist – und mit entsprechenden Kosten.

Umstellung auf Smart Meter: ein komplexes Unterfangen
Mit der Installation von Smart Metern werden in Energienetzen herkömmliche Ferraris-Zähler durch eHz (elektronische Haushaltszähler) ersetzt. Die Smart Meter bieten – im Gegensatz zu den herkömmlichen Zählern – den großen Vorteil, dass diese nicht mehr direkt von Servicetechnikern abgelesen werden müssen. Vielmehr können die Zählerstände bequem über Datenleitungen an die jeweiligen Versorger übermittelt werden. Voraussetzung hierfür ist eben die flächendeckende Installation der neuen Zählergeneration. Bei einem Blick auf die schiere Anzahl der zu installierenden oder auszutauschen Geräte bei den mittleren und großen Energieversorgern - die nicht selten mehrere Millionen Stück beträgt - wird schnell klar, dass dieser partiellen Neuausrichtung komplexe Prozesse zugrunde liegen. Mit einem einfachen Austausch der Zähler ist es jedoch noch nicht geschafft. Zu den intelligenten Zählern (iZ) gehört noch eine Kommunikationseinheit, ein Gateway zum Austausch von Verbrauchs- und Steuerdaten. Die Auswahl der Gateways hängt dabei vom Installationsort des Zählers und von der lokalen Struktur des örtlichen Netzes ab. Dabei kommt es entsprechend der lokalen Gegebenheiten zu unterschiedlichen Kombinationen aus Zählern und Gateways. Jede Kombination hat ihre eigenen Anforderungen hinsichtlich des Installationsaufwandes. Zusätzlich werden die Installationen durch wartungsbedingte Turnuswechsel überlagert.  Die zeitlichen Ressourcen, die für die komplette Umstellung von Nöten sind, erfordern dabei offensichtliche neue Kooperationsmodelle der Beteiligten beim Aufbau oder der Erneuerung der technischen Infrastruktur in Richtung intelligenter Netze (Smart Grids).

Mit Teamwork zum Ziel: Social Business Networks

Die große Herausforderung für die Energieversorger besteht also darin, die große Anzahl der vorzunehmenden Installationen mit der sich daraus ergebenden Vielzahl von Aufträgen zeitnah und kosteneffizient abzuarbeiten. In der Praxis zeigt sich, dass ein Weg zur Kostenreduzierung für Versorgungsunternehmen in der Einbindung externer Dienstleister in den eigenen Serviceprozess besteht: Die Verbindung von Geschäftspartnern schafft ein funktionierendes Netzwerk zur gemeinsamen Leistungserbringung. Das international agierende Softwareunternehmen PROLOGA bietet hierzu eine passende Softwarelösung an, die Geschäftspartner in ihrer Zusammenarbeit unterstützt: den SAP® Smart Meter Rollout. Die Lösung setzt dabei auf bereits im Unternehmen vorhandenes Prozesswissen, welches nur noch auf die Situation eines Massen-Rollouts übertragen werden muss. „Wir bieten die passende Plattform, um externe Dienstleister und Energieversorger zusammenzubringen. Wir kreieren Social Business Networks“, erklärt Jens Frenzel, Geschäftsführer der PROLOGA GmbH. Mit der Lösung wird die Planung eines Rollout der notwendigen Zähler und Gateways konkret unterstützt. Mittels SAP®-Technologiekomponenten können Versorgungsunternehmen ihre IT-Systeme gezielt und sicher für eine Zusammenarbeit mit Dienstleistern öffnen. Mit ihrer Lösung zur Planung einer Installation intelligenter Messsysteme in SAP® for Utilities planen Versorgungsunternehmen den Rollout von Geräten. Unter Nutzung von SAP® Netweaver Gateway und SAP® UI5 werden die Dienstleister aktiv in die Arbeitsprozesse der Versorgungsunternehmen eingebunden. Über die Softwarelösung werden dem Dienstleister, die für ihn freigegebenen Aufträge an seine Planungssoftware elektronisch übermittelt. Der Partner übermittelt als Antwort die Rückmeldedaten aus vollzogenen Aufträgen. Die Anpassung der Benutzeroberflächen kann durch PROLOGA oder den IT-Dienstleister des Versorgungsunternehmens mit SAP® UI5 oder HTML5 erfolgen: Ein Prozess bei dem ein Rad ins andere greift.

Mit akribischer Vorplanung zum Erfolg
Kernstück der PROLOGA-Anwendung ist dabei die Bewertung von Installationsanweisungen je Kombination von ein- und auszubauenden Zählern sowie die Bewertung des Aufwandes entsprechend örtlicher Gegebenheiten. Nach der Kalkulation des Gesamtbedarfes erfolgen die Ermittlung von Arbeitspaketen und eine grobe Vorplanung in Zeiträumen. Denn es gilt: Nur unter Berücksichtigung individueller Kundenanforderungen können Nutzenpotentiale für das Unternehmen tatsächlich aktiviert werden. „Bei teilweise bis zu fünf Millionen zu installierenden Geräten und einer durchschnittlichen Installationszeit von bis zu 30 Minuten pro Gerät ist erkennbar, dass die Installationen nur über einen längeren Zeitraum erfolgen können. Da die Entwicklung der Verfügbarkeit von Ressourcen zum Startzeitpunkt ein Blick in die berühmte Kristallkugel darstellt, hat sich die Möglichkeit einer schrittweisen Aktivierung von Arbeitspaketen als praxiskonform erwiesen“, sagt Frenzel. Diese schrittweise und gezielte Aktivierung ermöglicht dem Nutzer der Lösung eine Synchronisation der jeweiligen Arbeitsschritte mit begleitenden Prozessen wie Kundenbetreuung, Beschaffung der Zähler oder Einkauf von Dienstleistungen bei der Installation.

Komplexe Aufgabenstellung erfordert innovative Lösung
Die immense Herausforderung, welche das EEG-Gesetz vor allem an Energieversorger stellt, lässt sich nur bewerkstelligen, wenn Prozesse optimal koordiniert werden. Die passende Softwarelösung kann dabei enorm helfen und bietet einen durchgängigen Ansatz, um sowohl die strategische und operative Planung als auch die operative Ausführung des Zähleraustausches bereichsübergreifend abzubilden und optimal zu unterstützen.

Dabei finden vorhandene IT-Lösungen weiterhin Verwendung und die Beteiligten schaffen eine geschlossene Prozesskette zur gemeinsamen Leistungserbringung. So lässt sich die Energiewende meistern – und zwar ressourcen- und kostensparend.

 

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Für den guten Draht zwischen SAP und der Fahrzeugflotte

 

Für den guten Draht zwischen SAP und der Fahrzeugflotte

Effiziente Disposition und Fuhrparkauslastung


Neben erstklassigem Kundenservice wird von Entsorgungs- und Recyclingunternehmen vor allem die exakte Einhaltung von Terminen erwartet. Daher müssen sie vor allem effektiv und effizient arbeiten. Um die eigene Profitabilität zu stärken, ist es unabdingbar Kosten, Routen und Fuhrparkauslastung zu kontrollieren. Aufgaben und Routen müssen effizient geplant, Einsatzfahrzeuge effektiv gesteuert und eine zeitnahe Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Zentrale gewährleistet werden, um die Unternehmensziele dauerhaft zu erreichen. Auch die SITA Deutschland GmbH steht täglich vor diesen Herausforderungen und setzt als eines der größten deutschen Entsorgungsunternehmen auf eine Branchenlösung, mit der das Unternehmen einen weiteren Schritt hin zu mehr Kostenkontrolle und Kundenorientierung macht. SAP® Mobile Order Management by PROLOGA ermöglicht die papierreduzierte Auftragsausführung und optimiert die Zusammenarbeit zwischen Fahrer, Disponent, Werkstatt, Vertrieb und Kunden.

Die SITA Deutschland GmbH mit Sitz in Köln ist das viertgrößte private Entsorgungsunternehmen in Deutschland. Das Tochterunternehmen des französischen Umweltdienstleistungskonzerns SUEZ Environnement beschäftigt deutschlandweit über 2.400 Mitarbeiter und erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von ca. 539 Mio. EUR. Als Komplettdienstleister in den Bereichen Sammlung, Transport, Recycling und Verwertung von Abfällen ist die SITA deutschlandweit aktiv und berät Kunden zudem in allen Fragen rund um das Thema Abfallmanagement. Das Unternehmen hat einen starken regionalen Fokus mit zahlreichen Standorten in Deutschland und profitiert dabei zusätzlich vom internationalen Netzwerk und der globalen Expertise des Mutterkonzerns.
Die Leistungen der SITA tragen zur Ressourcenschonung und zum Klimaschutz bei, durch flexible Lösungen wird Kunden dabei geholfen, den Nutzen ihrer Services zu maximieren. Mehr Flexibilität in der sonst eher starren Planungslandschaft verschaffte man sich durch den Rollout der SAP® Waste and Recycling-Erweiterung SAP® Mobile Order Management. Die von der PROLOGA GmbH entwickelte Lösung ermöglicht die fehlerfreie Kommunikation zwischen dem SAP-System und den installierten Bordcomputern in den Fahrzeugen der SITA-Flotte. Die Lösung dient Entsorgungsunternehmen als Unterstützung bei der Durchführung und Bewertung logistischer Prozesse mit dem Ziel, den Fuhrpark besser auszulasten. Mit Hilfe der Lösung kann der Entsorger die eigene Fahrzeugflotte in die Back-Office-Lösung SAP® Waste and Recycling integrieren. Als IT-basierte Unterstützung bei der Verwaltung von Routen und Revieren, der Kommunikation mit verteilten Flotten und Teams sowie der Einhaltung von gesetzlichen Vorschriften bietet die Software unternehmensweite Transparenz und Kontrolle, die ein effizienteres Arbeiten sowie eine stärkere Kostenkontrolle ermöglicht.

Vor diesem Hintergrund startete die SITA Deutschland im August 2013 die Einführung der Lösung SAP® Mobile Order Management. Zunächst wurde die On-Board Computer-Lösung (OBC) am Standort Fulda implementiert. Die Einhaltung des engen Vier-Monats-Zeitrahmens für die Einführung machte schließlich den Weg frei für den Rollout an den weiteren IHG-Standorten der SITA in Deutschland. Heute sind alle Fahrzeuge der Flotte an das System angeschlossen. „Aufgrund der guten Zusammenarbeit und klaren Abstimmungswegen mit PROLOGA konnten wir eine termingerechte Implementierung der Lösung im Rahmen des Pilotprojektes sicherstellen.“, so Martin Halbach, Geschäftsführer der SITA Fleet Management GmbH.

Mehr Effizienz und Transparenz vor allem in der Disposition
Der Einsatz der Softwarelösung eröffnet für die SITA Deutschland neue Möglichkeiten in den Bereichen Kostenkontrolle, Steuerung und Optimierung. Die On-Board-Computer Lösung ermöglicht die gesammelte, unmittelbare Übermittlung und Speicherung aller relevanten Daten eines Entsorgungsauftrags, wie z.B. Fahrer, Fahrzeug, Behälterdaten, Behälterstandort, Servicetermin, Kundendaten sowie Hinweise an die Fahrzeugbesatzung. Dank der Software sind die Ergebnisse der geleisteten Entsorgungsaufträge zeitnah über das SAP-System einzusehen, so dass beispielsweise Einzelverwiegungen der Behälter oder besondere Vorkommnisse bei der Erbringung der Services direkt im SAP-System weiterverarbeitet und zur Abrechnung gebracht werden können. Laut Halbach bedeutet die Nutzung der On-Board-Computer Software für weniger technikaffine Fahrer eine deutliche Umstellung: „Die Vorteile der Lösung liegen vornehmlich im Bereich der Disposition. Wir nutzen die zusätzliche Transparenz aber nicht dazu, unsere Fahrer zu kontrollieren. Es geht uns vor allem darum, unsere Auslastung zu optimieren und die Kommunikation zu stärken.“ Auch langjährig aktive Fahrer hätten sich schließlich schnell daran gewöhnt, Daten nicht mehr handschriftlich zu erfassen und die dadurch entstehenden Vorteile begrüßt. „Wir konnten so Übertragungsfehler minimieren. Außerdem kann die Zentrale neben der Auftragsdatenübertragung nun direkt über Kurznachrichten mit den Fahrern kommunizieren. Routen können auch nach Fahrtantritt noch geändert und angepasst werden. Zusätzlich bietet die wechselseitige Kommunikation zwischen Fahrer und Back-Office Vorteile im Bereich des Reklamationsmanagements.“, so Halbach weiter. Kunden sind fortan jederzeit in der Lage, aktuelle Informationen über Leerungsdaten beim Service-Center einzuholen. Neben den ca. 280 Fahrern arbeiten nach vollständigem Abschluss des Rollouts ca. dreißig Disponenten aktiv mit der neuen Lösung, aber auch Vertriebsmitarbeiter können nun die operative Tourenplanung einsehen, was zusätzliche Transparenz schafft. Durch diese neuen Möglichkeiten verspricht man sich, die eigene Servicequalität und die Kundenzufriedenheit zu steigern.

Eine Investition in die Zukunft
Das Entsorgungsunternehmen profitiert in mehrfacher Hinsicht vom Einsatz der neuen Softwarelösung. Die Disponenten erzielen mit SAP® Mobile Order Management zusätzliche und unmittelbare Transparenz. Zudem können die Prozesse gestrafft und der manuelle Aufwand sowie die damit verbundenen Ungenauigkeiten reduziert werden. Außerdem ermöglicht die Lösung umfassende Analysen und bietet so die Grundlage für fundierte Entscheidungen in Echtzeit. Die automatisiert erfassten Daten können auch von Stellen im Unternehmen, die nicht direkt mit der Software arbeiten, genutzt werden: von der Debitorenbuchhaltung über das Personalwesen, für Plan-Ist-Vergleiche oder die Optimierung von Prozessen und Strategien. Für die SITA Deutschland GmbH ist der Umstieg auf die neue Lösung eine Investition in die Zukunft, um auch künftig möglichst kundenorientiert zu arbeiten, Mitarbeiterressourcen gezielt einzusetzen und den eigenen Fuhrpark mit der größtmöglichen Effizienz zu steuern.

 

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Veröffentlichung des Artikels beim Recycling Portal:
http://recyclingportal.eu/Archive/6184


 

Zählpunkts

 

Zählpunktscharfe Mehr-/Mindermengenabrechnung im SAP IS-U

Flexible Prozessautomatisierung für neue regulatorische Anforderungen in der Energiewirtschaft


Eine wesentliche regulatorische Änderung beschäftigt derzeit die Energiewirtschaft: Ab dem 1. April 2016 wird die Abrechnung von Mehr-/Mindermengen (MMMA) standardisiert. Betroffen sind Aus-/Einspeisenetzbetreiber, Lieferanten und Marktgebietsverantwortliche der Strom- und Gasversorgung. Die monatlich aggregierten Abrechnungen der Mehr- und Mindermengen lassen sich nur schwer prüfen und verhindern genauere Analysen des Verbrauchsverhaltens je Zähler. Mit der neuen Regulierung will der Gesetzgeber eine möglichst genaue Differenzberechnung von bereitgestellter und entnommener Energiemenge etablieren. Bei den hierfür notwendigen zählpunktscharfen Mehr- und Mindermengenabrechnungen sind die Besonderheiten der Sparten Strom und Gas zu berücksichtigen. Die regulatorischen Anforderungen bringen einen erheblichen Mehraufwand mit sich, der sich jedoch durch eine flexible Prozessautomatisierung reduzieren lässt.

Die 2013 als Prämisse herausgegebenen und 2014 konkretisierten Regularien zur Einführung einer einheitlichen zählpunktscharfen Mehr-/Mindermengenabrechnung für Gas und Strom sind von allen Netzbetreibern ab April 2016 anzuwenden. Experten sagen für Unternehmen eine Einführungszeit von ca. zwölf Monaten voraus. Die Weichen für eine zählpunktscharfe Betrachtung wurden bereits vor geraumer Zeit gestellt, allerdings war für betroffene Unternehmen lange Zeit nicht absehbar, wann dies in konkrete Regularien gefasst wird und umgesetzt werden muss. Dementsprechend fiel es vielen Unternehmen schwer, die wirtschaftlichen Aspekte für die Einführung einer zählpunktscharfen Mehr-/Mindermengenabrechnung zu kalkulieren. Konkret ging es darum, die Einführungs- und Betriebskosten durch die Nutzung vorhandener Standards und die Erbringung von Eigenleistungen möglichst gering zu halten sowie eine dauerhafte Standardisierung der eigenen Mehr-/Mindermengen-Prozesse im Unternehmen zu gewährleisten.

Die PROLOGA Energy GmbH (PROLOGA) bietet betroffenen Unternehmen Unterstützung bei der Entwicklung flexibler Prozesse zur Einführung einer zählpunktscharfen Mehr-/Mindermengenabrechnung. So entwickelt PROLOGA Lastenhefte für Energieversorger. Die Lösung zur Umsetzung der neuen Prozesse entwickelte PROLOGA gemeinsam mit einem Netzbetreiber über einen Zeitraum von zwei Jahren. Der Fokus lag dabei auf der Automatisierung und der Aufwandsreduzierung bei der Anwendung der neuen Prozesse.

Dabei wurde in der Herangehensweise neben einem Konzept auf einen Prototyp gesetzt. Dieser Weg brachte nicht nur für den Energieversorger Vorteile, der frühzeitig eigene Prozessanforderungen definieren und diese klar und präzise an seine Projektpartner kommunizieren konnte. PROLOGA selbst profitiert von direkten Anwenderrückmeldungen und konnte damit in der Vergangenheit gleichlaufende Prozesse für Gas und Strom vereinheitlichen und eine saubere Abgrenzung der unterschiedlichen Prozessanforderungen in den zu berücksichtigenden Sparten erreichen.

Verfahren zur Mehr-/Mindermengenabrechnung
Für beide Sparten – sowohl Strom als auch Gas – gilt gleichermaßen die getrennte und jeweils zählpunktscharfe Verarbeitung zwischen Netznutzungsabrechnung und Mehr-/Mindermengenabrechnung. Mehr- bzw. Mindermengen sind die Differenzen, die sich aus bilanzierter und tatsächlich verbrauchter Menge ergeben. Im Rahmen der täglichen Energiebeschaffung ist der aktuelle Bedarf nicht bekannt und wird deshalb bilanztechnisch prognostiziert. Nach der Ermittlung der tatsächlichen Energiemenge wird diese der bilanzierten (allokierte) Menge gegenübergestellt und verrechnet. Ist die bilanzierte Menge größer als die tatsächlich verbrauchte Energiemenge, wird das als Mehrmenge bezeichnet.

 

Abbildung 1: Darstellung der Mehr- und Mindermenge

Sowohl im Strom- als auch im Gassektor erfolgt die Verrechnung der Mengen zwischen dem Netzbetreiber und dem Lieferanten. Eine Mehrmenge führt zu einem Guthaben des Lieferanten beim Netzbetreiber. Bei Mindermengen verhält es sich genau umgekehrt, es entsteht eine Forderung des Netzbetreibers gegenüber dem Lieferanten.


Abbildung 2: MMMA Strom

Im Gassektor beschafft zusätzlich der Marktgebietsverantwortliche (MGV) die notwendige Ausgleichsenergie. Da der MGV jedoch keine Abrechnungsdaten von Letztverbrauchern in den Gasnetzen hat, muss der jeweilige Netzbetreiber quasi Amtshilfe leisten. Wie beim Strom erstellt er die notwendigen MMM-Abrechnungen je Verbrauchstelle. Auf monatlicher Basis werden diese Abrechnungen dann aggregiert und als Mengenmeldung dem MGV übermittelt.

Die gemeldeten Mengen sind dann die Grundlage für die Abrechnung zwischen Netzbetreiber und MGV.


Abbildung 3: MMMA Gas
 
Neuland für alle, doch technisch möglich
Mit der Standardisierung des Abrechnungsprozesses bringen die Regularien zusätzlichen Aufwand mit sich. Daher werden IT-Lösungen benötigt, die Prozesse weitestgehend automatisieren und die eigenen Mitarbeiter entlasten. Es versteht sich von selbst, dass die Abrechnungen nicht in Papierform sondern per Marktkommunikation zwischen den Beteiligten ausgetauscht werden. Im ersten Schritt werden im Unternehmen jedoch zunächst mögliche fachliche Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die benötigten Unternehmensdaten geprüft, bevor die erforderlichen Daten und letzten Endes die für die Abrechnung notwendigen Vertragspartner identifiziert werden. Dabei gilt es die Besonderheiten der Abrechnung je Sparte zu berücksichtigen und zu konzipieren. Zwar hat der Gesetzgeber inzwischen die regulatorischen Vorgaben festgelegt, doch ohne die Ausgestaltung der einzelnen Formate benötigen Unternehmen rund ein Jahr Vorlauf, bis Prozesse und Daten optimal zusammenspielen.

Doch die Vorteile liegen auf der Hand: mehr Transparenz für alle Beteiligten sowie eine deutliche Kostenreduzierung, wenn die IT-Lösung nahtlos in ein vorhandenes SAP IS-U unter Unterstützung des im SAP IS-U vorhandenen IDEX-Verfahrens eingebettet wird. Außerdem können zusätzliche Daten aus den Energie-Daten-Management-Systemen (EDM) mit einbezogen werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein EDM im SAP IS-U oder ein externes EDM außerhalb von SAP IS-U genutzt wird.

Das von PROLOGA entwickelte Produkt ermöglichen es, zeitlich unabhängig voneinander Netznutzung und Mehr-/Mindermengen abzurechnen. Dies geschieht zählpunktscharf unter Berücksichtigung eines asynchronen Modells. Abrechnungszeiträume von Netznutzung und Mehr-/Mindermenge können, müssen aber nicht, deckungsgleich sein. Asynchronität wird in der Praxis regelmäßig durch Umzüge und azyklische Wechsel von Strom- und Gasanbietern verursacht. Mit Blick auf die Zukunft lassen sich zudem zum Beispiel das Reverse Charge Verfahren sowie ein automatischer Datenversand integrieren. Mittels Parameter wird eine passgenaue Steuerung des Prozesses in den Anwenderunternehmen erreicht.

Auch wenn die Marktkommunikation zur regulierten Mehr-/Mindermengenabrechnung noch nicht komplett definiert ist, so dass der ausstehende Teil in kommenden Einführungsprojekten noch berücksichtigt werden muss, heißt das Gebot der Stunde, frühzeitig eine stabile und erweiterbare Grundlage zu schaffen. Von jetzt ab verbleibt ein relativ kurzer Einführungszeitraum von der Entscheidungsfindung bis zur Einführung einer Softwarelösung, mit der die Unternehmen den auf sie zukommenden Mehraufwand und die damit verbundenen Kosten reduzieren. Wer jetzt die Hände in den Schoß legt, bezahlt spätestens am 1. April 2016 die Rechnung für seine Untätigkeit.

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Smart Grid

 

Abwarten ist keine Lösung: Wie Energieversorger sich auf unternehmerischer, prozessualer und IT-Ebene für Smart Metering rüsten


Der Gesetzgeber sieht bis zum Jahr 2020 den Austausch von Stromzählern gegen intelligente Messsysteme, sogenannte Smart Meter, vor. Dadurch werden Verbrauchsdaten über ein Kommunikationsnetz an den Energieversorger übermittelt. Das Ablesen vor Ort entfällt, der Versorger kann Tarifänderungen schneller berücksichtigen und kurzfristig Rechnungen anhand des tatsächlichen Verbrauchs erstellen. Was sich zunächst als Zeit- und Kostenersparnis für den Energieversorger anhört, bereitet ihm jedoch erhebliches Kopfzerbrechen, denn der Gesetzgeber gibt zwar den Rahmen zur Einführung intelligenter Messsysteme vor, doch wie einzelne Prozesse gestaltet werden und welche Kosten Smart Metering verursacht, damit muss sich der Energieversorger auseinandersetzen. Wer nicht rechtzeitig mit der Planung einer Strategie für Smart Metering beginnt, droht im harten Wettbewerb unter die Räder zu kommen.

Die EU-Binnenmarktrichtlinie 2009/72/EG sieht vor, dass bis 2020 80 Prozent der Stromzähler aus intelligenten Messsystemen bestehen. Smart Metering ist jedoch weit mehr als der einfache Austausch von Stromzählern. Es handelt sich vielmehr um eine Investition in die Zukunft, die schrittweise einen smarten Energiemix ermöglicht. Diese historische Aufgabe lediglich auf die Aspekte der CO2-Reduzierung oder Erneuerung der Netze zu reduzieren, greift daher viel zu kurz. Der zunehmende Energieverbrauch der Bevölkerung sowie die Abhängigkeit von einer stabilen Energieversorgung und die damit einhergehende Abhängigkeit von wenigen Energiequellen stellen die Motivation des Gesetzgebers zur Einführung intelligenter Messsysteme dar.

Die aktuelle Situation verdeutlicht wie unterschiedlich die Länder in Europa mit Smart Metering umgehen. Die nationale Gesetzgebung sowie die Notwendigkeit einer zeitnahen und möglichst aktuellen Verbrauchsabrechnung geben das Tempo vor, in dem die Länder Smart Metering einführen. Schweden und Italien nehmen dabei Spitzenpositionen ein. Die Skandinavier nutzen Smart Meter hauptsächlich für monatliche Verbrauchsabrechnungen und zur Optimierung der Transparenz im Verbrauchsverhalten. In Italien wird der Smart Meter vorrangig genutzt, um säumigen Zahlern den Strom aus der Ferne abzustellen. Dennoch haben beide Länder eine Grundlage für die Einführung des intelligenten Netzes, des sogenannten Smart Grids, gelegt und konnten erste Erfahrungen im Einsatz mit intelligenten Stromzählern sammeln.

Große Energieversorger starten eigene Smart-Meter-Pilotprojekte, um sich auf die Zukunft vorzubereiten – E.ON strebt 1,8 Millionen installierte Zähler europaweit an. Allein in Spanien sollen in diesem Jahr weitere 725.000 Zähler installiert werden. In Dänemark schrieb Dong Energy Sales and Distribution A/S das Ziel von einer Million Zähler für einen Roll-out von 2016 bis 2019 aus.

Neuer Markt für Messstellenbetrieb
Für Deutschland werden sich mögliche Roll-out-Pläne vor dem Hintergrund der zu erwartenden Kosten an den Anforderungen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) orientieren. In Abhängigkeit vom gewählten Roll-out-Szenario geht die Deutsche Energie-Agentur (Dena) in ihrer jüngsten Studie von einem Kostenanteil des Versorgers von über 50 Prozent allein für den Betrieb der in Deutschland zu installierenden Infrastruktur aus. Die Anforderungen des BSI richten sich an die neu entwickelte Rolle des Gateway-Administrators, der den Messstellenbetrieb übernimmt. Das Ziel ist eine Erhöhung der Sicherheit bei der Nutzung intelligenter Messsysteme. Derartige Maßnahmen waren bislang den Energieversorgern vorbehalten.

Dadurch wird eine Anpassung der IDEX-Prozesse in der Marktkommunikation notwendig. In der Vergangenheit gab es seitens der Versorgungswirtschaft nachvollziehbare Kritik an den durch den Gesetzgeber definierten Anforderungen hinsichtlich Sicherheit, einheitlicher technischer Schnittstellen und Prozessgestaltung der Marktkommunikation. Daher werden nun im Projekt „MessSystem 2020“ des Forums Netztechnik/Netzbetrieb (FNN) im Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik standardisierte Schnittstellen für die Marktkommunikation über die Gateways entwickelt.

Gesetzgebung nicht abgeschlossen
Das Problem für die Energieversorger: Die Gesetzgebung zur Einführung von Smart Metering ist noch lange nicht abgeschlossen. Zudem müssen sich die Unternehmen plötzlich mit neuen Themen wie Datensicherheit und Datenschutz auseinandersetzen. So spezifiziert die Technische Richtlinie BSI TR 3109 die Datensicherheit und den Datenschutz bei intelligenten Messsystemen, doch die Messsystem Verordnung (MessSysV), mit der die Richtlinie in Kraft treten soll, existiert derzeit nur als Referentenentwurf. Ebenso lassen die geplante Roll-out-Verordnung sowie weitere Verordnungen zu variablen Tarifen, zum Datenschutz und zum Lastmanagement auf sich warten. Die Energieversorger bewegen sich also auf ein „moving target“ zu, ein Ziel, das ihnen nur in Umrissen bekannt ist. Auch wenn vieles noch im Fluss ist, steht eines fest: Abwarten ist keine Lösung.

Die Versorgungswirtschaft muss heute den Herausforderungen von Smart Metering auf unternehmerischer, prozessualer und IT-Ebene begegnen, um unnötige Kosten bei der Einführung intelligenter Messsysteme zu vermeiden. Zudem wird sich durch Smart Metering die Marktpositionierung des Energieversorgers ändern. Bezüglich der Rolle des Gateway-Administrators stehen die Versorger zum Beispiel vor einer Make-or-buy-Entscheidung. Will man die Dienstleistungen rund um die intelligente Messstelle weiterhin selbst anbieten, kauft man sie dazu oder kooperiert man mit externen Drittanbietern? Darüber hinaus müssen Entscheidungen für eine Smart-Meter-Technologie getroffen und die Mitarbeiter auf den Roll-out vorbereitet werden. Dementsprechend muss das Businessmodell im Rahmen eines Transformationsmanagements angepasst werden.

Dauerhaft Kosten senken
Energieversorger müssen die Prozesse identifizieren und anpassen, die von Smart Metering betroffen sein werden. Allgemein kommt es dabei zur Reduzierung manueller und dementsprechender Integration automatisierter Arbeitsprozesse. Da hier ein sukzessiver Wechsel stattfindet, muss der Energieversorger auch die Koexistenz alter und neuer Prozesse in Betracht ziehen. In der Regel funktioniert das nicht ohne die Einbindung externer Partner. Das gilt insbesondere für die Definition einer neuen IT-Infrastruktur, die Smart Metering berücksichtigt und in die neue Technologien zum Datenaustausch integriert werden. Dadurch werden enorme Datenmengen entstehen, die wiederum effizient gemanagt werden müssen.

Das alles sind gewaltige Aufgaben, die einer strukturierten Herangehensweise bedürfen. Doch viele Energieversorger scheuen zum gegenwärtigen Zeitpunkt diese Herausforderungen mit Blick auf die Kosten und wegen des noch unklaren Rechtsrahmens. Dabei können Versorgungsunternehmen bereits jetzt auf Selbstüberprüfungen hinsichtlich BSI-konformer Smart-Meter-Prozesse zurückgreifen. Mit Blick auf die oben genannten Projekte bietet zum Beispiel die PROLOGA GmbH die Anbindung von SAP IS-U Systemen an die technische Infrastruktur eines nach deutschen Anforderungen im Aufbau befindlichen intelligenten Messsystems an. „Vor der kommenden Marktkommunikation zum Gateway-Administrator bauen wir auf unsere Kompetenz in der Umsetzung von Meter-to-Cash-Prozessen“, erklärt Alexander Silkeit, Solution Manager bei PROLOGA.

Mit effizienten, standardisierten und prozessorientierten Ableseprozessen (Einzugs-/Auszugsablesung, RLM-Verfahren und Aufbau eines Datenbestandes zur Analyse des Verbrauchsverhaltens) kann ein dauerhafter Beitrag zur Transparenz des Verbrauchsverhaltens und zur Betriebskostensenkung geleistet werden. Mit einem ersten Schritt können vor der Integration der Gateway-Administratoranbindung auf diese Weise erste Erfahrungen mit der Smart-Meter-Technologie gesammelt werden. Die Systemlandschaft der Kunden hat somit Zeit, sich schrittweise an die künftigen Gegebenheiten anzupassen und praktisches Wissen wird im Versorgungsunternehmen frühzeitig aufgebaut. Auf diese Weise bereitet sich der Energieversorger optimal auf Smart Meter und das Smart Grid der Zukunft vor.

 

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Veröffentlichung des Artikels bei Springer für Professionals im Bereich Energie + Umwelt:
http://www.springerprofessional.de/wie-energieversorger-mit-smart-meter-umgehen-sollten/5476100


 

SAP Smart

 

SAP Smart Meter Rollout: Mammutprojekt Zähleraustausch

Nur mit Teamwork können Energieversorger die Folgen des EEG-Gesetzes bewältigen


Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wurden ambitionierte Ziele formuliert, die Deutschland zum Vorreiter in punkto ökologischer und ökonomischer Effizienz machen sollen. Für die Unternehmen hierzulande sind die Auswirkungen der damit verbundenen Richtlinien und Verordnungen spürbar, das gilt insbesondere für die Energieversorger selbst. Ein Beispiel: Seit dem 1. Januar 2010 ist bei dem Neubau und der Renovierung von Gebäuden die Installation intelligenter Stromzähler, sogenannter Smart Meter vorgeschrieben. In der Kostennutzenanalyse von Ernst & Young aus 2013 wird davon ausgegangen, dass bis zum Jahr 2020 sukzessive 80 Prozent der herkömmlichen Zähler ausgetauscht werden. Angesichts der schieren Anzahl an verwendeten Zählern im Stromnetz ein flächendeckender, ressourcen- und zeitaufwendiger Prozess. Um den Rollout neuer Geräte möglichst effizient und kostengünstig zu gestalten, können Energieversorger auf eine Softwarelösung zurückgreifen die Energieversorger, Dienstleister und Kunden zusammenbringt und Informationen kumuliert.

Je nach Blickwinkel ist die deutsche Energiewende ein Balanceakt zwischen Netzeinspeisung und Netzentnahme oder aber auch ein Balanceakt zwischen Nachhaltigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Kosteneffizienz. Energie muss nachhaltig sein, aber eben auch bezahlbar. Eine wichtige und tragende Rolle kommt dabei den Energieversorgern selbst zu. Kaum ein Tag vergeht ohne Nachrichten zum Wandel in der Energieversorgung, ausgelöst durch die Ausrichtung auf erneuerbare Energien und die dazugehörigen vielfältigen Technologien. Das neue Erneuerbare Energien Gesetz verpflichtet Energieversorger unter anderem dazu, die Netzinfrastruktur sukzessive zu erneuern, um die Stromnetze auf neue Richtlinien vorzubereiten. Ein wichtiger Aspekt: Seit dem 1. Januar 2010 ist bei dem Neubau und der Renovierung von Gebäuden die Installation von intelligenten Stromzählern, sogenannter Smart Meter, vorgeschrieben. Zudem wird davon ausgegangen, dass schrittweise tatsächlich in den nächsten ein bis zwei Jahren mit dem Austausch der Zähler begonnen wird. Gehemmt wird dies derzeit „nur“ durch die in Präzisierung befindlichen Anforderungen des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Diese Anforderungen werden in der technischen Richtlinie TR 03109 und ihren Begleitdokumenten beschrieben. Die Erarbeitung ist Gegenstand des Projekts „MessSystem 2020“ des Forums Netztechnik/Netzbetrieb (FNN) im Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. (VDE). Ein nicht zu unterschätzendes Mammutprojekt das mit erheblichem Aufwand verbunden ist – und mit entsprechenden Kosten.

Umstellung auf Smart Meter: ein komplexes Unterfangen
Mit der Installation von Smart Metern werden in Energienetzen herkömmliche Ferraris-Zähler durch eHz (elektronische Haushaltszähler) ersetzt. Die Smart Meter bieten – im Gegensatz zu den herkömmlichen Zählern – den großen Vorteil, dass diese nicht mehr direkt von Servicetechnikern abgelesen werden müssen. Vielmehr können die Zählerstände bequem über Datenleitungen an die jeweiligen Versorger übermittelt werden. Voraussetzung hierfür ist eben die flächendeckende Installation der neuen Zählergeneration. Bei einem Blick auf die schiere Anzahl der zu installierenden oder auszutauschen Geräte bei den mittleren und großen Energieversorgern - die nicht selten mehrere Millionen Stück beträgt - wird schnell klar, dass dieser partiellen Neuausrichtung komplexe Prozesse zugrunde liegen. Mit einem einfachen Austausch der Zähler ist es jedoch noch nicht geschafft. Zu den intelligenten Zählern (iZ) gehört noch eine Kommunikationseinheit, ein Gateway zum Austausch von Verbrauchs- und Steuerdaten. Die Auswahl der Gateways hängt dabei vom Installationsort des Zählers und von der lokalen Struktur des örtlichen Netzes ab. Dabei kommt es entsprechend der lokalen Gegebenheiten zu unterschiedlichen Kombinationen aus Zählern und Gateways. Jede Kombination hat ihre eigenen Anforderungen hinsichtlich des Installationsaufwandes. Zusätzlich werden die Installationen durch wartungsbedingte Turnuswechsel überlagert.  Die zeitlichen Ressourcen, die für die komplette Umstellung von Nöten sind, erfordern dabei offensichtliche neue Kooperationsmodelle der Beteiligten beim Aufbau oder der Erneuerung der technischen Infrastruktur in Richtung intelligenter Netze (Smart Grids).

Mit Teamwork zum Ziel: Social Business Networks

Die große Herausforderung für die Energieversorger besteht also darin, die große Anzahl der vorzunehmenden Installationen mit der sich daraus ergebenden Vielzahl von Aufträgen zeitnah und kosteneffizient abzuarbeiten. In der Praxis zeigt sich, dass ein Weg zur Kostenreduzierung für Versorgungsunternehmen in der Einbindung externer Dienstleister in den eigenen Serviceprozess besteht: Die Verbindung von Geschäftspartnern schafft ein funktionierendes Netzwerk zur gemeinsamen Leistungserbringung. Das international agierende Softwareunternehmen PROLOGA bietet hierzu eine passende Softwarelösung an, die Geschäftspartner in ihrer Zusammenarbeit unterstützt: den SAP® Smart Meter Rollout. Die Lösung setzt dabei auf bereits im Unternehmen vorhandenes Prozesswissen, welches nur noch auf die Situation eines Massen-Rollouts übertragen werden muss. „Wir bieten die passende Plattform, um externe Dienstleister und Energieversorger zusammenzubringen. Wir kreieren Social Business Networks“, erklärt Jens Frenzel, Geschäftsführer der PROLOGA GmbH. Mit der Lösung wird die Planung eines Rollout der notwendigen Zähler und Gateways konkret unterstützt. Mittels SAP®-Technologiekomponenten können Versorgungsunternehmen ihre IT-Systeme gezielt und sicher für eine Zusammenarbeit mit Dienstleistern öffnen. Mit ihrer Lösung zur Planung einer Installation intelligenter Messsysteme in SAP® for Utilities planen Versorgungsunternehmen den Rollout von Geräten. Unter Nutzung von SAP® Netweaver Gateway und SAP® UI5 werden die Dienstleister aktiv in die Arbeitsprozesse der Versorgungsunternehmen eingebunden. Über die Softwarelösung werden dem Dienstleister, die für ihn freigegebenen Aufträge an seine Planungssoftware elektronisch übermittelt. Der Partner übermittelt als Antwort die Rückmeldedaten aus vollzogenen Aufträgen. Die Anpassung der Benutzeroberflächen kann durch PROLOGA oder den IT-Dienstleister des Versorgungsunternehmens mit SAP® UI5 oder HTML5 erfolgen: Ein Prozess bei dem ein Rad ins andere greift.

Mit akribischer Vorplanung zum Erfolg
Kernstück der PROLOGA-Anwendung ist dabei die Bewertung von Installationsanweisungen je Kombination von ein- und auszubauenden Zählern sowie die Bewertung des Aufwandes entsprechend örtlicher Gegebenheiten. Nach der Kalkulation des Gesamtbedarfes erfolgen die Ermittlung von Arbeitspaketen und eine grobe Vorplanung in Zeiträumen. Denn es gilt: Nur unter Berücksichtigung individueller Kundenanforderungen können Nutzenpotentiale für das Unternehmen tatsächlich aktiviert werden. „Bei teilweise bis zu fünf Millionen zu installierenden Geräten und einer durchschnittlichen Installationszeit von bis zu 30 Minuten pro Gerät ist erkennbar, dass die Installationen nur über einen längeren Zeitraum erfolgen können. Da die Entwicklung der Verfügbarkeit von Ressourcen zum Startzeitpunkt ein Blick in die berühmte Kristallkugel darstellt, hat sich die Möglichkeit einer schrittweisen Aktivierung von Arbeitspaketen als praxiskonform erwiesen“, sagt Frenzel. Diese schrittweise und gezielte Aktivierung ermöglicht dem Nutzer der Lösung eine Synchronisation der jeweiligen Arbeitsschritte mit begleitenden Prozessen wie Kundenbetreuung, Beschaffung der Zähler oder Einkauf von Dienstleistungen bei der Installation.

Komplexe Aufgabenstellung erfordert innovative Lösung
Die immense Herausforderung, welche das EEG-Gesetz vor allem an Energieversorger stellt, lässt sich nur bewerkstelligen, wenn Prozesse optimal koordiniert werden. Die passende Softwarelösung kann dabei enorm helfen und bietet einen durchgängigen Ansatz, um sowohl die strategische und operative Planung als auch die operative Ausführung des Zähleraustausches bereichsübergreifend abzubilden und optimal zu unterstützen.

Dabei finden vorhandene IT-Lösungen weiterhin Verwendung und die Beteiligten schaffen eine geschlossene Prozesskette zur gemeinsamen Leistungserbringung. So lässt sich die Energiewende meistern – und zwar ressourcen- und kostensparend.

 

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Für den gu

 

Für den guten Draht zwischen SAP und der Fahrzeugflotte

Effiziente Disposition und Fuhrparkauslastung


Neben erstklassigem Kundenservice wird von Entsorgungs- und Recyclingunternehmen vor allem die exakte Einhaltung von Terminen erwartet. Daher müssen sie vor allem effektiv und effizient arbeiten. Um die eigene Profitabilität zu stärken, ist es unabdingbar Kosten, Routen und Fuhrparkauslastung zu kontrollieren. Aufgaben und Routen müssen effizient geplant, Einsatzfahrzeuge effektiv gesteuert und eine zeitnahe Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Zentrale gewährleistet werden, um die Unternehmensziele dauerhaft zu erreichen. Auch die SITA Deutschland GmbH steht täglich vor diesen Herausforderungen und setzt als eines der größten deutschen Entsorgungsunternehmen auf eine Branchenlösung, mit der das Unternehmen einen weiteren Schritt hin zu mehr Kostenkontrolle und Kundenorientierung macht. SAP® Mobile Order Management by PROLOGA ermöglicht die papierreduzierte Auftragsausführung und optimiert die Zusammenarbeit zwischen Fahrer, Disponent, Werkstatt, Vertrieb und Kunden.

Die SITA Deutschland GmbH mit Sitz in Köln ist das viertgrößte private Entsorgungsunternehmen in Deutschland. Das Tochterunternehmen des französischen Umweltdienstleistungskonzerns SUEZ Environnement beschäftigt deutschlandweit über 2.400 Mitarbeiter und erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von ca. 539 Mio. EUR. Als Komplettdienstleister in den Bereichen Sammlung, Transport, Recycling und Verwertung von Abfällen ist die SITA deutschlandweit aktiv und berät Kunden zudem in allen Fragen rund um das Thema Abfallmanagement. Das Unternehmen hat einen starken regionalen Fokus mit zahlreichen Standorten in Deutschland und profitiert dabei zusätzlich vom internationalen Netzwerk und der globalen Expertise des Mutterkonzerns.
Die Leistungen der SITA tragen zur Ressourcenschonung und zum Klimaschutz bei, durch flexible Lösungen wird Kunden dabei geholfen, den Nutzen ihrer Services zu maximieren. Mehr Flexibilität in der sonst eher starren Planungslandschaft verschaffte man sich durch den Rollout der SAP® Waste and Recycling-Erweiterung SAP® Mobile Order Management. Die von der PROLOGA GmbH entwickelte Lösung ermöglicht die fehlerfreie Kommunikation zwischen dem SAP-System und den installierten Bordcomputern in den Fahrzeugen der SITA-Flotte. Die Lösung dient Entsorgungsunternehmen als Unterstützung bei der Durchführung und Bewertung logistischer Prozesse mit dem Ziel, den Fuhrpark besser auszulasten. Mit Hilfe der Lösung kann der Entsorger die eigene Fahrzeugflotte in die Back-Office-Lösung SAP® Waste and Recycling integrieren. Als IT-basierte Unterstützung bei der Verwaltung von Routen und Revieren, der Kommunikation mit verteilten Flotten und Teams sowie der Einhaltung von gesetzlichen Vorschriften bietet die Software unternehmensweite Transparenz und Kontrolle, die ein effizienteres Arbeiten sowie eine stärkere Kostenkontrolle ermöglicht.

Vor diesem Hintergrund startete die SITA Deutschland im August 2013 die Einführung der Lösung SAP® Mobile Order Management. Zunächst wurde die On-Board Computer-Lösung (OBC) am Standort Fulda implementiert. Die Einhaltung des engen Vier-Monats-Zeitrahmens für die Einführung machte schließlich den Weg frei für den Rollout an den weiteren IHG-Standorten der SITA in Deutschland. Heute sind alle Fahrzeuge der Flotte an das System angeschlossen. „Aufgrund der guten Zusammenarbeit und klaren Abstimmungswegen mit PROLOGA konnten wir eine termingerechte Implementierung der Lösung im Rahmen des Pilotprojektes sicherstellen.“, so Martin Halbach, Geschäftsführer der SITA Fleet Management GmbH.

Mehr Effizienz und Transparenz vor allem in der Disposition
Der Einsatz der Softwarelösung eröffnet für die SITA Deutschland neue Möglichkeiten in den Bereichen Kostenkontrolle, Steuerung und Optimierung. Die On-Board-Computer Lösung ermöglicht die gesammelte, unmittelbare Übermittlung und Speicherung aller relevanten Daten eines Entsorgungsauftrags, wie z.B. Fahrer, Fahrzeug, Behälterdaten, Behälterstandort, Servicetermin, Kundendaten sowie Hinweise an die Fahrzeugbesatzung. Dank der Software sind die Ergebnisse der geleisteten Entsorgungsaufträge zeitnah über das SAP-System einzusehen, so dass beispielsweise Einzelverwiegungen der Behälter oder besondere Vorkommnisse bei der Erbringung der Services direkt im SAP-System weiterverarbeitet und zur Abrechnung gebracht werden können. Laut Halbach bedeutet die Nutzung der On-Board-Computer Software für weniger technikaffine Fahrer eine deutliche Umstellung: „Die Vorteile der Lösung liegen vornehmlich im Bereich der Disposition. Wir nutzen die zusätzliche Transparenz aber nicht dazu, unsere Fahrer zu kontrollieren. Es geht uns vor allem darum, unsere Auslastung zu optimieren und die Kommunikation zu stärken.“ Auch langjährig aktive Fahrer hätten sich schließlich schnell daran gewöhnt, Daten nicht mehr handschriftlich zu erfassen und die dadurch entstehenden Vorteile begrüßt. „Wir konnten so Übertragungsfehler minimieren. Außerdem kann die Zentrale neben der Auftragsdatenübertragung nun direkt über Kurznachrichten mit den Fahrern kommunizieren. Routen können auch nach Fahrtantritt noch geändert und angepasst werden. Zusätzlich bietet die wechselseitige Kommunikation zwischen Fahrer und Back-Office Vorteile im Bereich des Reklamationsmanagements.“, so Halbach weiter. Kunden sind fortan jederzeit in der Lage, aktuelle Informationen über Leerungsdaten beim Service-Center einzuholen. Neben den ca. 280 Fahrern arbeiten nach vollständigem Abschluss des Rollouts ca. dreißig Disponenten aktiv mit der neuen Lösung, aber auch Vertriebsmitarbeiter können nun die operative Tourenplanung einsehen, was zusätzliche Transparenz schafft. Durch diese neuen Möglichkeiten verspricht man sich, die eigene Servicequalität und die Kundenzufriedenheit zu steigern.

Eine Investition in die Zukunft
Das Entsorgungsunternehmen profitiert in mehrfacher Hinsicht vom Einsatz der neuen Softwarelösung. Die Disponenten erzielen mit SAP® Mobile Order Management zusätzliche und unmittelbare Transparenz. Zudem können die Prozesse gestrafft und der manuelle Aufwand sowie die damit verbundenen Ungenauigkeiten reduziert werden. Außerdem ermöglicht die Lösung umfassende Analysen und bietet so die Grundlage für fundierte Entscheidungen in Echtzeit. Die automatisiert erfassten Daten können auch von Stellen im Unternehmen, die nicht direkt mit der Software arbeiten, genutzt werden: von der Debitorenbuchhaltung über das Personalwesen, für Plan-Ist-Vergleiche oder die Optimierung von Prozessen und Strategien. Für die SITA Deutschland GmbH ist der Umstieg auf die neue Lösung eine Investition in die Zukunft, um auch künftig möglichst kundenorientiert zu arbeiten, Mitarbeiterressourcen gezielt einzusetzen und den eigenen Fuhrpark mit der größtmöglichen Effizienz zu steuern.

 

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Veröffentlichung des Artikels beim Recycling Portal:
http://recyclingportal.eu/Archive/6184


 

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